4. Theorie der Entwicklung
Wie lässt sich die Entwicklung berufsbezogener Vorstellungen überhaupt fassen?
Donald E. Super ist einer der Pioniere der Entwicklungsforschung. Er publizierte 1953 seine erste Arbeit zur Entfaltung von Arbeitsbiographien. Super fordert die Berufsberater und Forscherinnen auf „to recognize the processes that construct and develop an individual`s career through the life course. […] Metaphorically, we might liken the differential approach to comparing the characteristics of six different people and the developmental approach to noting the changes in six photographs of the same person taken at different times.” (Savickas in: Brown 2002, S. 150 Weitere Infos zum Werk von Super über das Bild.)
Terminologische Differenzierungen
Es wird unterschieden zwischen vocational und occupational behavior. Vocation meint die subjektive „Stimulus“-Seite des Berufs, entsprechend der deutschen „Berufung“. Occupation die objektive Seite des Berufs, das, was der Beschäftigungsmarkt an Berufen anbietet oder ermöglicht oder auch das, was man tut, wenn es um „Berufsorientierung“ geht: z.B. Berufssteckbriefe erarbeiten und vorstellen oder in Infomessen mit Berufsvertretern sprechen oder über ein Praktikum einen Beruf kennen lernen..
Weiterhin wird unterschieden zwischen subjektiver und objektiver Karriere. Im Unterschied zu den von außen beschreibbaren Karriereetappen, das etwa, was man in einen Lebenslauf hineinschreibt, meint subjektive Karriere den Entwicklungsverlauf der subjektiven Berufsvorstellungen. Die subjektive Karriere ist eingebettet in die eigene Lebensgeschichte, die man sich und anderen erzählt und aufgrund äußerer Ereignisse (z.B. Verlust des Arbeitsplatzes) oder innerer Ereignisse (z.B. Entwicklung neuer Interessen oder Verstärkung immer schon schlummernder Interessen etwa aufgrund einer günstigen Gelegenheit) immer wieder umschreibt. Die subjektive Karriere ist Ergebnis der persönlichen Konstruktion. Die berufsbezogenen Ereignisse werden in ein Sinnganzes eingestellt, so dass sie „Sinn machen“.
„From this perspective, a subjective career is a reflexive project that transforms individuals from actors of their career to subjects in their own career story. It tells one’s ‘own story,’ usually by emphasizing a sense of purpose that coherently explains the continuity and change in oneself across time”. (Savickas in: Brown 2002, S. 152)
Die Theorie nimmt auch deswegen für sich ein, weil sie nicht mehr bloß exotische Naturen beschreibt, welche sich der Aufgabe ausgesetzt sehen, verwickelte Konstruktionen zu erdenken, die ihrem Lebensweg Sinn geben, sondern mehr oder mehr zur Normalität werden. Die Identitätsmodelle der industriellen Moderne werden fragwürdig. Jenseits der naiven Moderne wird den Individuen andauernde Subjektkonstruktion abverlangt, um so etwas wie Lebenskohärenz zu sichern. Und das geht nur, indem man sich und den anderen sein Leben immer neu erzählt.
(Vgl. hierzu den spannenden Band von Heiner Keupp u.a.: Identitätskonstruktionen. Das Patchwork der Identiäten in der Spätmoderne, Reinbek 1999. Klicken Sie das Bild an!)
Informationen zu Ausbildung,Studium und Beruf. Friedrich-von Bodelschwingh-Schulen Bethel
Donnerstag, 23. Juni 2011
Konstruktivistische Entwicklungstheorie des beruflichen Verhaltens. Teil 3
5. Die fünf Entwicklungsaufgaben der Karrierekonstruktion
Wie sieht nun der Karriereprozess aus? Wie lässt sich der Transaktionsprozess zwischen Selbst und Gesellschaft beschreiben? Super greift auf das Konzept der Entwicklungsaufgaben (die „developmental tasks“ von Havighurst) zurück und beschreibt entsprechend fünf Aufgaben, die jeder Mensch bearbeiten muss. Die Aufgaben sind fünf Lebensaltern zugeordnet:
Stage One: Growth (4-13 Jahre)
Stage Two: Exploration (14-24 Jahre)
Stage Three: Establishment (25-44 Jahre)
Stage Four: Maintenance or Management (45-64 Jahre)
Stage Five: Disengagement
(Die Jahreszahlen sind natürlich Annäherungswerte und hängen von zufälligen Faktoren wie etwa bezogen auf Stufe vier von der willkürlichen Markierung der Rentengrenze ab.)
5.1 Stufe Eins: Wachstum
Hier bildet sich das berufliche Selbst-Konzept heraus. Vier Syndrome charakterisieren Bereitschaft („readiness“) und Bewältigungsressourcen („coping resources“), um die vier Hauptaufgaben zu erfüllen, welche die Gesellschaft Kindern auferlegt:
5.1.1 Aufgabe 1: Die eigene berufliche Zukunft wird ein Thema, das das Kind angeht.
(Es erlebt sich als involviert in diese Frage; sie stellt sich ihm; die berufliche Zukunft ist sein Anliegen. Savickas: „Become concerned about one’s future as a worker“. Savickas in: Brown 2002, S. 168)
Am Beginn dieser Entwicklung stehen zwischenmenschliches (Ur-) Vertrauen und eigene Zuversicht. (Vgl. hierzu E. Erikson: Kindheit und Gesellschaft, Stuttgart 1992; Identität und Lebenszyklus, Frankfurt a.M. 1973, darin der empfehlenswerte Aufsatz: Wachstum und Krisen der gesunden Persönlichkeit, S. 55-122, der zum vollen Verständnis des Folgenden konsultiert werden sollte).
Kinder, die eine sichere Bindung zu ihren Eltern entwickeln, verfügen über die Kraft der Exploration und Erkundung von Welt. Sie sind entlastet von der Aufgabe sich ihrer selbst zu versichern und können darauf ausgehen Neues zu entdecken und sich zu erproben. Im späteren Leben haben diese Menschen die Kraft, produktiv mit Lehrern und Mentoren zu interagieren und sich in ihrem Beruf zu entfalten.
Unsichere Menschen müssen viel Energie in die Stabilisierung der Gegenwart investieren. Ihnen fehlt oft die Kraft der Zukunftsplanung. Angst ist ihre Begleiterin.
5.1.2 Aufgabe 2: Das Kind übernimmt zunehmend Kontrolle über die eigenen Karriereaktivitäten.
Am Beginn dieses Aspekts steht die Unabhängigkeit von den Eltern oder wiederum mit Erikson gesprochen, die persönliche Autonomie und die zwischenmenschliche Willenskraft.
„During childhood, proactive behaviors such as making decisions, delaying gratifications, negotiating, and asserting one’s rights increase a sense of interpersonal autonomy and personal agency. These behaviors prefigure an adolescent’s attitudes of decisiveness and competence at making career choices. Individuals who do not feel in control allow luck, fate, or powerful others to make their career choices.” (Savickas in: Brown 2002, S. 169)
5.1.3 Aufgabe 3: Das Kind erarbeitet Konzepte für bildungs- und berufsbezogene Entscheidungen.
Dieser Entwicklungszug wurzelt in der Vernetztheit mit anderen Personen bzw. wiederum mit Erikson gesprochen in der Ausbildung von Initiative und Ideen zu einem sinnvollen Leben. Das Kind beginnt sich über den Sinn des Lebens im Allgemeinen und die Art und Weise seines Lebens Gedanken zu machen. Hierzu gehören Grundeinstellungen wie die, dass man bei der Entscheidung bleibt, die man einmal getroffen hat, bzw. bei der gegenteiligen, dass man sich verändern muss.
5.1.4 Aufgabe 4: Das Kind erwirbt das erforderliche Selbstvertrauen, um diese Wahlentscheidungen zu treffen und zu implementieren.
Hierzu gehört die Überzeugung, genau so viel Wert zu sein wie die anderen. Erikson sprach darüber hinaus vom Könnensbewusstsein, dem „Werksinn“ des Kindes.
„Confidence can move from play acting to setting goals and actualizing roles. In career construction theory, confidence denotes feelings of self-efficacy concerning one’s ability to successfully execute a course of action needed to make and implement suitable educational and vocational choices.” (Savickas in: Brown 2002, S. 170f.)
Am Ende der Kindheit wachsen die vier gerade diskutierten Linien in das ABC der Karriere-Konstruktion zusammen: Einstellungen, Überzeugungen und Kompetenzen. In der nächsten Stufe wird es nun darum gehen, die Fäden dieser Dispositionen und Kompetenzen in eine zusammenhängende Selbstrepräsentanz zusammenzuweben, um dann das berufliche Selbst mit dem entstandene Gewebe in Form eines Berufes einzukleiden.
Wie sieht nun der Karriereprozess aus? Wie lässt sich der Transaktionsprozess zwischen Selbst und Gesellschaft beschreiben? Super greift auf das Konzept der Entwicklungsaufgaben (die „developmental tasks“ von Havighurst) zurück und beschreibt entsprechend fünf Aufgaben, die jeder Mensch bearbeiten muss. Die Aufgaben sind fünf Lebensaltern zugeordnet:
Stage One: Growth (4-13 Jahre)
Stage Two: Exploration (14-24 Jahre)
Stage Three: Establishment (25-44 Jahre)
Stage Four: Maintenance or Management (45-64 Jahre)
Stage Five: Disengagement
(Die Jahreszahlen sind natürlich Annäherungswerte und hängen von zufälligen Faktoren wie etwa bezogen auf Stufe vier von der willkürlichen Markierung der Rentengrenze ab.)
5.1 Stufe Eins: Wachstum
Hier bildet sich das berufliche Selbst-Konzept heraus. Vier Syndrome charakterisieren Bereitschaft („readiness“) und Bewältigungsressourcen („coping resources“), um die vier Hauptaufgaben zu erfüllen, welche die Gesellschaft Kindern auferlegt:
5.1.1 Aufgabe 1: Die eigene berufliche Zukunft wird ein Thema, das das Kind angeht.
(Es erlebt sich als involviert in diese Frage; sie stellt sich ihm; die berufliche Zukunft ist sein Anliegen. Savickas: „Become concerned about one’s future as a worker“. Savickas in: Brown 2002, S. 168)
Am Beginn dieser Entwicklung stehen zwischenmenschliches (Ur-) Vertrauen und eigene Zuversicht. (Vgl. hierzu E. Erikson: Kindheit und Gesellschaft, Stuttgart 1992; Identität und Lebenszyklus, Frankfurt a.M. 1973, darin der empfehlenswerte Aufsatz: Wachstum und Krisen der gesunden Persönlichkeit, S. 55-122, der zum vollen Verständnis des Folgenden konsultiert werden sollte).
Kinder, die eine sichere Bindung zu ihren Eltern entwickeln, verfügen über die Kraft der Exploration und Erkundung von Welt. Sie sind entlastet von der Aufgabe sich ihrer selbst zu versichern und können darauf ausgehen Neues zu entdecken und sich zu erproben. Im späteren Leben haben diese Menschen die Kraft, produktiv mit Lehrern und Mentoren zu interagieren und sich in ihrem Beruf zu entfalten.
Unsichere Menschen müssen viel Energie in die Stabilisierung der Gegenwart investieren. Ihnen fehlt oft die Kraft der Zukunftsplanung. Angst ist ihre Begleiterin.
5.1.2 Aufgabe 2: Das Kind übernimmt zunehmend Kontrolle über die eigenen Karriereaktivitäten.
Am Beginn dieses Aspekts steht die Unabhängigkeit von den Eltern oder wiederum mit Erikson gesprochen, die persönliche Autonomie und die zwischenmenschliche Willenskraft.
„During childhood, proactive behaviors such as making decisions, delaying gratifications, negotiating, and asserting one’s rights increase a sense of interpersonal autonomy and personal agency. These behaviors prefigure an adolescent’s attitudes of decisiveness and competence at making career choices. Individuals who do not feel in control allow luck, fate, or powerful others to make their career choices.” (Savickas in: Brown 2002, S. 169)
5.1.3 Aufgabe 3: Das Kind erarbeitet Konzepte für bildungs- und berufsbezogene Entscheidungen.
Dieser Entwicklungszug wurzelt in der Vernetztheit mit anderen Personen bzw. wiederum mit Erikson gesprochen in der Ausbildung von Initiative und Ideen zu einem sinnvollen Leben. Das Kind beginnt sich über den Sinn des Lebens im Allgemeinen und die Art und Weise seines Lebens Gedanken zu machen. Hierzu gehören Grundeinstellungen wie die, dass man bei der Entscheidung bleibt, die man einmal getroffen hat, bzw. bei der gegenteiligen, dass man sich verändern muss.
5.1.4 Aufgabe 4: Das Kind erwirbt das erforderliche Selbstvertrauen, um diese Wahlentscheidungen zu treffen und zu implementieren.
Hierzu gehört die Überzeugung, genau so viel Wert zu sein wie die anderen. Erikson sprach darüber hinaus vom Könnensbewusstsein, dem „Werksinn“ des Kindes.
„Confidence can move from play acting to setting goals and actualizing roles. In career construction theory, confidence denotes feelings of self-efficacy concerning one’s ability to successfully execute a course of action needed to make and implement suitable educational and vocational choices.” (Savickas in: Brown 2002, S. 170f.)
Am Ende der Kindheit wachsen die vier gerade diskutierten Linien in das ABC der Karriere-Konstruktion zusammen: Einstellungen, Überzeugungen und Kompetenzen. In der nächsten Stufe wird es nun darum gehen, die Fäden dieser Dispositionen und Kompetenzen in eine zusammenhängende Selbstrepräsentanz zusammenzuweben, um dann das berufliche Selbst mit dem entstandene Gewebe in Form eines Berufes einzukleiden.
Konstruktivistische Entwicklungstheorie des beruflichen Verhaltens. Teil 4
6. Stufe Zwei: Exploration
Nun geht es um die Vereinigung der inneren und der äußeren Welten. Die jungen Menschen entwickeln eine berufliche Identität und erfüllen entsprechende gesellschaftliche Erwartungen. Daher liegen im Zentrum der nun anstehenden Aufgaben, Informationen über sich selbst und die Berufswelt zu sammeln, diese miteinander zu verknüpfen und derart eine Karriere zu konstruieren: Berufliche Tagträume stehen am Beginn dieser Stufe. Ihr Ziel ist die Aufnahme einer Berufstätigkeit.
Das beschriebene Informationssuchverhalten stellt die notwendige Erfahrung und Expertise bereit, um die drei Entwicklungsaufgaben zu erfüllen, die sich nun stellen:
6.1 Aufgabe 1: Kristallisation
Hier geht es zunächst darum sich besser kennen zu lernen, das „Selbst weiter auszudifferenzieren“. Unterstützt wird dieser Prozess durch geeignete schulische Maßnahmen wie Praktika, Informationstage, Bewerbungsgespräche, Berufsfeldübungen, aber auch Freizeitaktivitäten, ehrenamtliches Engagement und nicht zuletzt über geeignete psychometrische Verfahren. Letztere wie das empfehlenswerte von der Agentur für Arbeit (klicken Sie das Raumschiff unter der Tagcloud dieses Blogs an und erproben Sie den Test des Berufe Universums!) helfen dabei, ein objektiveres Bild der eigenen beruflichen Interessen, Fähigkeiten und Arbeitswerte zu zeichnen.
Der zunehmenden Klarheit über das eigene berufliche Selbst entspricht die über die Welt der Berufe wie sie etwa über das berufenet vertieft werden kann. Aus den zunächst zufällig ausgewählten Berufen entsteht so mit der Zeit eine kognitive Landkarte von Berufsfeldern und Berufen.
Das Matching beider Seiten bzw. der Prozess der Integration der Selbstvorstellung mit der Berufsvorstellung kann mittels des von John Holland entwickelten Verfahrens vorgenommen werden. Vgl. hierzu die sechsteilige Darstellung in diesem Blog:
Der junge Mensch entwickelt derart zunächst Tagträume über mögliche berufliche Selbste. Diese Visionen, besonders die verlockenden Möglichkeiten, stärken die Bereitschaft, die Welt der Erwachsenen zu betreten. Der junge Mensch vermag Rückschlüsse zu ziehen z.B. über noch zu erwerbende oder zu stärkende Fähigkeiten und Fertigkeiten. Sie vermag angesichts der nun konkreteren Vorstellungen bisher nur nebulöse oder überzogene Phantasien aufzugeben usw.
6.2 Aufgabe 2 Spezifikation
Nun geht es um die Anbahnung einer Berufsentscheidung. Bisher nur vorläufige Präferenzen werden systematischer und ernsthafter überprüft und vertieft. Wir beginnen nun unsere Berufsgeschichte zu erzählen. Der spielerische Charakter der Berufsvorbereitung schwindet. An die Stelle der Möglichkeiten tritt die Möglichkeit, die wir selbst werden wollen. Wir konstruieren uns.
„Specifiying an occupation choice involves more than just the psychological activity of mentally comparing and suitably coupling self and occupational concepts. It consists of constructing a story that engages the larger sociocultural context by organizing self-percepts and then positioning the resulting self-concept in society.” (Savickas in: Brown 2002, S. 175)
Das “Wirklichkeits-Ich” wird entworfen: „The declaration of an occupational choice confirms who we are and wish to become. […] The more we tell the story, the more real we become.” (a.a.O.)
6.3 Aufgabe 3: Verwirklichung
Die dritte und letzte Aufgabe der Exploration erfordert die Umsetzung des Entwurfes: Der junge Mensch realisiert eine Wahl, indem er sie in Handlungen umsetzt. Er vollzieht den Übergang von der Schule zum Berufsleben. Üblicherweise bedeutet dies, dass eine entsprechende Berufstätigkeit aufgenommen wird, zunächst um die Wahl zu überprüfen, sich im Beruf(sfeld) zu orientieren, sich weitere berufsbezogene Kenntnisse und Fertigkeiten anzueignen, um schließlich in die Phase der stabilen Beschäftigung einzumünden.
7. Die weiteren Karriere-Stufen sind für die Studien- und Berufsvorbereitung in der Schule weniger von Bedeutung, da Sie die letzten Stufen ab dem 25. Lebensjahr beschreiben. Sie sollen darum hier nicht beschrieben werden. - Unwichtig sind sie allerdings nicht, da es eine Wechselwirkung zwischen den Berufsstufen der Lehrerinnen und Lehrer und der Berufsvorbereitung gibt. Ein Lehrer, der zum Beispiel in der Stufe des Disengagements sein bisheriges Berufsleben reflektiert, wird sich einem Schüler anders zuwenden als eine Lehrerin, die gerade damit beschäftigt ist, Fuß zu fassen „Establishment“). Alle Stufenrepräsentanzen auf Seiten der Lehrerinnen und Lehrer haben vermutlich ihre Vor- und Nachteile. Reflektiert wurde diese Seite bisher aber wenig, wie mir scheint. Mir ist zu diesem Phänomen jedenfalls keine Untersuchung bekannt. (Was allerdings auch wiederum nichts heißen will …)
Nun geht es um die Vereinigung der inneren und der äußeren Welten. Die jungen Menschen entwickeln eine berufliche Identität und erfüllen entsprechende gesellschaftliche Erwartungen. Daher liegen im Zentrum der nun anstehenden Aufgaben, Informationen über sich selbst und die Berufswelt zu sammeln, diese miteinander zu verknüpfen und derart eine Karriere zu konstruieren: Berufliche Tagträume stehen am Beginn dieser Stufe. Ihr Ziel ist die Aufnahme einer Berufstätigkeit.
Das beschriebene Informationssuchverhalten stellt die notwendige Erfahrung und Expertise bereit, um die drei Entwicklungsaufgaben zu erfüllen, die sich nun stellen:
6.1 Aufgabe 1: Kristallisation
Hier geht es zunächst darum sich besser kennen zu lernen, das „Selbst weiter auszudifferenzieren“. Unterstützt wird dieser Prozess durch geeignete schulische Maßnahmen wie Praktika, Informationstage, Bewerbungsgespräche, Berufsfeldübungen, aber auch Freizeitaktivitäten, ehrenamtliches Engagement und nicht zuletzt über geeignete psychometrische Verfahren. Letztere wie das empfehlenswerte von der Agentur für Arbeit (klicken Sie das Raumschiff unter der Tagcloud dieses Blogs an und erproben Sie den Test des Berufe Universums!) helfen dabei, ein objektiveres Bild der eigenen beruflichen Interessen, Fähigkeiten und Arbeitswerte zu zeichnen.
Der zunehmenden Klarheit über das eigene berufliche Selbst entspricht die über die Welt der Berufe wie sie etwa über das berufenet vertieft werden kann. Aus den zunächst zufällig ausgewählten Berufen entsteht so mit der Zeit eine kognitive Landkarte von Berufsfeldern und Berufen.
Das Matching beider Seiten bzw. der Prozess der Integration der Selbstvorstellung mit der Berufsvorstellung kann mittels des von John Holland entwickelten Verfahrens vorgenommen werden. Vgl. hierzu die sechsteilige Darstellung in diesem Blog:
Der junge Mensch entwickelt derart zunächst Tagträume über mögliche berufliche Selbste. Diese Visionen, besonders die verlockenden Möglichkeiten, stärken die Bereitschaft, die Welt der Erwachsenen zu betreten. Der junge Mensch vermag Rückschlüsse zu ziehen z.B. über noch zu erwerbende oder zu stärkende Fähigkeiten und Fertigkeiten. Sie vermag angesichts der nun konkreteren Vorstellungen bisher nur nebulöse oder überzogene Phantasien aufzugeben usw.
6.2 Aufgabe 2 Spezifikation
Nun geht es um die Anbahnung einer Berufsentscheidung. Bisher nur vorläufige Präferenzen werden systematischer und ernsthafter überprüft und vertieft. Wir beginnen nun unsere Berufsgeschichte zu erzählen. Der spielerische Charakter der Berufsvorbereitung schwindet. An die Stelle der Möglichkeiten tritt die Möglichkeit, die wir selbst werden wollen. Wir konstruieren uns.
„Specifiying an occupation choice involves more than just the psychological activity of mentally comparing and suitably coupling self and occupational concepts. It consists of constructing a story that engages the larger sociocultural context by organizing self-percepts and then positioning the resulting self-concept in society.” (Savickas in: Brown 2002, S. 175)
Das “Wirklichkeits-Ich” wird entworfen: „The declaration of an occupational choice confirms who we are and wish to become. […] The more we tell the story, the more real we become.” (a.a.O.)
6.3 Aufgabe 3: Verwirklichung
Die dritte und letzte Aufgabe der Exploration erfordert die Umsetzung des Entwurfes: Der junge Mensch realisiert eine Wahl, indem er sie in Handlungen umsetzt. Er vollzieht den Übergang von der Schule zum Berufsleben. Üblicherweise bedeutet dies, dass eine entsprechende Berufstätigkeit aufgenommen wird, zunächst um die Wahl zu überprüfen, sich im Beruf(sfeld) zu orientieren, sich weitere berufsbezogene Kenntnisse und Fertigkeiten anzueignen, um schließlich in die Phase der stabilen Beschäftigung einzumünden.
7. Die weiteren Karriere-Stufen sind für die Studien- und Berufsvorbereitung in der Schule weniger von Bedeutung, da Sie die letzten Stufen ab dem 25. Lebensjahr beschreiben. Sie sollen darum hier nicht beschrieben werden. - Unwichtig sind sie allerdings nicht, da es eine Wechselwirkung zwischen den Berufsstufen der Lehrerinnen und Lehrer und der Berufsvorbereitung gibt. Ein Lehrer, der zum Beispiel in der Stufe des Disengagements sein bisheriges Berufsleben reflektiert, wird sich einem Schüler anders zuwenden als eine Lehrerin, die gerade damit beschäftigt ist, Fuß zu fassen „Establishment“). Alle Stufenrepräsentanzen auf Seiten der Lehrerinnen und Lehrer haben vermutlich ihre Vor- und Nachteile. Reflektiert wurde diese Seite bisher aber wenig, wie mir scheint. Mir ist zu diesem Phänomen jedenfalls keine Untersuchung bekannt. (Was allerdings auch wiederum nichts heißen will …)
Wettbewerbsteilnahme des Umweltprojekts der Fr.-v. Bodelschwingh-Schulen
Jetzt abstimmen
für das Projekt der Friedrich-v. Bodelschwingh Schulen:
Klimawoche Bielefeld
auf
www.cleantech-award.de
> Jetzt abstimmen:
Kategorie Kommunikation
Clean Tech Media Award
Abstimmung.
In den Kategorien Nachwuchs, Mobilität, Lebensstil, Kommunikation und Energie wird durch die Abstimmung je ein Projekt nominiert und rückt somit dem Clean Tech Media Award 2011 in greifbare Nähe. Pro Kategorie kann eine Stimme vergeben werden.
Die Abstimmung läuft bis zum 30. Juni 2011.
Um Ihre Stimmvergabe geltend zu machen, geben Sie bitte am Ende der Abstimmung Ihren Namen und Ihre Emailadresse ein. Sie erhalten daraufhin einen Link per Email zugeschickt. Erst durch die Bestätigung dieses Links wird Ihre Stimme gezählt und geht in die Wertung mit ein.
Unter allen Teilnehmern der Abstimmung verlosen wir 1x2 Karten für den Clean Tech Media Award 2011 am 16. September in Hamburg.
Mit der Teilnahme an der Abstimmung erklären Sie sich einverstanden, im Falle eines Gewinns per Email kontaktiert zu werden. Der Gewinner wird auf der Homepage veröffentlicht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen
Dienstag, 21. Juni 2011
Wege zur Hochschulreife am Berufskolleg
Das aktuelle Amtsblatt Juni 2011 des Ministeriums für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen enthält eine Broschüre
Wege zur Hochschulreife am Berufskolleg
In der Publikation sind die Wege zur Hochschulreife über die Berufskollegs zusammengefasst und mit einigen beispielhaften Bildungswegen veranschaulicht. Wege zur Hochschulreife über die Fachoberschule, die Höhere Berufsfachschule, das Berufliche Gymnasium und die Fachschule werden beschrieben. Ein Abschnitt ist dem praxisbezogenen Studium gewidmet.
Die Broschüre ist über das Bild erhältlich.
Samstag, 18. Juni 2011
Stadtwerke Bielefeld - Tag der offenen Ausbildung / Ausbildungsbörse
Die Stadtwerke Bielefeld gehören zu den größten Ausbildungsbetrieben Ostwestfalens. Zirca 160 junge Frauen und Männer werden bei uns in gewerblichen und kaufmännischen Berufen ausgebildet.
Informieren Sie sich vor Ort über Ausbildungsinhalte, Einstellungsvoraussetzungen und Arbeitsplatzbedingungen. Unsere Fachleute stehen Ihnen Rede und Antwort.
Wann:
Samstag, 2. Juli 2011, 9.00 bis 16.00 Uhr (für Einzelpersonen)
Hier finden Sie uns :
Eingang Tor 3, Brüggemannstraße oder Stadbahnlinie 1, Haltestelle Sudbrackstraße.
Hinweis: Am selben Tag findet auch bei Miele ein Tag der offenen Ausbildung statt. Verbinden Sie doch einfach den Besuch beider Unternehmen.
Miele - Tag der offenen Ausbildung
Interessierte Schüler, Fachlehrer und Eltern haben auch in diesem Jahr die Möglichkeit, die Ausbildungswerkstatt kennen zu lernen und sich über Duale Studiengänge, sowie kaufmännische und technische Ausbildungsberufe zu informieren.
Samstag, den 02.07.2011 von 09:00 - 16:00 Uhr
sind Einzelpersonen eingeladen, die Veranstaltung zu besuchen.
Weitere Informationen erhalten Sie über das Miele-Logo.
Labels:
Ausbildung,
Miele,
Tag der offenen Ausbildung
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