Seiten

Montag, 24. Januar 2011

Infoveranstaltung des Rotary-Clubs Bielefeld

Wie im letzten Jahr findet auch in 2011 wieder die

Berufsinformationsveranstaltung des Rotary-Clubs in Bielefeld

statt, und zwar

Mittwoch, 09. Februar 2011
15 Uhr, Aula Ratsgymnnasium Bielefeld.

Flyer werde ich in den nächsten Tagen verteilen.

Weitere Infos erhalten Sie hier:

Samstag, 13. November 2010

Neu: Bewerbung im Unterricht


Das Lehrerheft "Bewerbung im Unterricht" mit CD-ROM im Rahmen der Medienkombination "planet-berufe.de - Mein Start in die Ausbildung" ist neu erschienen. In der vergangenen Woche habe ich den Bestellschein für die Lehrerhefte erhalten und werde heute einige Hefte ordern.


Einen ersten Eindruck vermittelt die entsprechende pdf-Version des Heftes. Bitte das Bild anklicken.

Montag, 1. November 2010

Hollands Theorie. Teil 6

VI. Aussagekraft der Theorie für Schule

Ich hoffe sehr, die Theorie Hollands in diesem Abschnitt nicht zu sehr vereinfacht zu haben. Zur vertiefenden Lektüre empfehle ich insbesondere das Kapitel 3 in Holland 1997: The Environmental Models, S. 34-46.

Hollands Theorie gibt eine Möglichkeit an die Hand, sich über die eigene berufsrelevante Persönlichkeitsstruktur schnell zu informieren. Natürlich ist es unangemessen, einem Testergebnis blind zu folgen und alle anderen, abweichenden Erwägungen fallen zu lassen. Es trägt jedoch als empirisch gut gesichertes Verfahren bei zu einer möglichst breiten Berufsorientierung. So können z.B. Alternativen in den Blick genommen werden oder eine Bestärkung der bisherigen Orientierung erfolgen.
Sie stellt insofern eine hilfreiche Ergänzung der Berufsfelderkundungen dar, wie sie in BiZ-Besuchen, aber auch in Praktika und in sonstigen Recherchen realisiert werden. Die RIASEC-Typologie ergänzt auch Kompetenzfeststellungsverfahren, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten testen.


Ein weiterer Gewinn der Theorie liegt nach meiner Einschätzung darin, dass sie die bedeutsame Rolle der Arbeitsumwelt unterstreicht (Vgl. V. http://stubotagebuch.blogspot.com/2010/11/hollands-theorie-teil-5.html).

Der Typus der Schulumwelt ergibt sich aus der Tatsache, dass Schule vom Typus der Lehrerin bzw. des Lehrers dominiert wird. Zahlenmäßig fallen etwa Sekretärinnen (Code: CSA) und Hausmeister (Code: RSC) nicht ins Gewicht und haben keine Auswirkung auf die Ausprägung der Arbeitsumwelt.

Schauen wir uns die verschiedenen LehrerInnen an:

Lehramt GYM /naturwiss. Fächer: ISR
Lehramt GYM / Sprachfächer: SAI
Lehramt GYM /Wirtschaftsfächer: SEI
Lehramt Realschule: SAE
Lehramt Berufskolleg: SIR

(Interessant scheint mir der Person-Umwelt-Bezug der Lehrer mit naturwissenschaftlichen Fächern zu sein. Der investigative Typ ist recht weit entfernt vom sozialen. Hier liegt eine Spannung vor. Andererseits ist die Nähe der Lehrerin (Sxx, auch xSx) zum unternehmerischen Typus („E“) deutlich. Der Code des Politikers ist ESA.)

Hieraus wird man für die Schulumwelt auf eine soziale Arbeitsumwelt schließen können (vgl. II. die Ausführungen zur sozialen Umwelt http://stubotagebuch.blogspot.com/2010/10/hollands-theorie-teil-2.html). In unserer Schule wird dieses Phänomen verstärkt durch die diakonische Ausrichtung der Schule als solche der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.

Da die Arbeitsumwelt der Schule auf die Schülerinnen und Schüler einwirkt, wird Berufs- und Studienorientierung für andere Berufstypen als den des sozialen u.U. spannungsvoll. Mir scheint erwägenswert, dass sich hier aufgrund der Arbeitsumwelt der Schule Schwierigkeiten in der Anbahnung von beruflicher Orientierung z.B. für Handwerksberufe etwa im Kontext der Realschule ergeben könnten. Vgl. Sie die Codes folgender Berufe mit dem der Lehrer, mithin der sich daraus ergebenden Schulumwelt:

RAC: Konditorin
RAE: Metallbauer
RCA: Steinmetz
RCE: Dachdecker
RCE: Tischlerin
RCI: Schlosser
REC: Schornsteinfegerin.

Die soziale und die realistische Umwelt sind nicht spannungsfrei. Dies hat Auswirkungen auf die Wertschätzung von Praktika, aber auch auf die Planung von Praktikumsbesuchen u. dgl. Hier treffen Welten aufeinander. – Andererseits scheint mir das Verhältnis des sozialen und des unternehmerischen Typus eher unproblematisch, weil nachbarschaftlich und daher konsistent. Das deutet eher auf eine gute Ausgangsituation für die Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft hin.

Im Übrigen wäre es auch wesentlich, die Stellung von Schülerinnen und Schülern zu bedenken, deren Persönlichkeit aufgrund zum Beispiel ihres realistischen Charakters oder der Tendenz dazu nicht unbedingt mit einer sozialen Arbeitsumwelt wie der der Schule harmoniert. Hier könnte der Rat sinnvoll sein, sich nicht zu lange im Schulsystem aufzuhalten, sondern etwa nach der FOR gemäß der Formel „types flourish in congruent environments“ (Holland 1997, S. 35) im Betrieb sein Glück zu finden.

Hollands Theorie. Teil 5

V. Arbeitsumwelten (work environments)

Fortsetzung der Thesen aus II. (vgl. : http://stubotagebuch.blogspot.com/2010/10/hollands-theorie-teil-3.html, Brown 2002, S. 388f.)

5. Umwelten werden von Personen dann als verstärkend oder bestärkend und befriedigend erfahren, wenn die Umwelt-Muster den Mustern der Persönlichkeit ähneln. Ähnlichkeit zwischen Arbeitsumwelt und Person führt zu Verhaltensstabilität.

6. Inkongruente Interaktionen stimulieren den Verhaltenswandel; umgekehrt ermutigen kongruente Interaktionen zu Verhaltensstabilität. Personen tendieren zum Wandel oder danach, so zu werden wie die dominante Person in der Umwelt. Je größer die Kongruenz zwischen Person und Umwelt ist, desto größer ist diese Tendenz. Die Personen mit der größten Inkongruenz werden am wenigsten in ihrem Verhalten geändert werden.

7. Eine Person löst Inkongruenz auf, indem sie eine neue und kongruente Arbeitsumwelt sucht oder indem sie das persönliche Verhalten und ihre Wahrnehmungen ändert.

8. Die in Wechselwirkung stehenden Interaktionen zwischen Person und der Job-Folge führt gewöhnlich zu einer Serie von Erfolgs- und Befriedigungs-Zyklen.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Hollands Theorie. Teil 4

III. Verhältnis der Persönlichkeitstypen

„An individual’s personality is a composite of all of the types; each individual has a unique combination. These types reliably show characteristic repertoires of behaviour and patterns of likes and dislikes, hold specific values and endorse unique self-descriptions”. (Brown 2002, S. 380)

Gewöhnlich wird eine Person mittels einer Kombination der drei Typen mit den höchsten Messergebnissen charakterisiert, dem „Drei-Buchstaben-Code“. Diese Kombinationen werden ihrerseits bestimmten Berufen zugeordnet.

Die sechs Persönlichkeitstypen stehen in einem bestimmten Verhältnis zueinander. Holland hat dieses im so genannten „Holland Hexagon“ dargestellt, welches die sechs Persönlichkeitstypen in einem Sechseck anordnet:

Quelle: bitte Bild anklicken



Empirische Testverfahren (vgl. Brown 2002, S. 404f.) haben die zirkuläre Struktur des Verhältnisses der Persönlichkeitstypen bestätigt. Genauerhin eine Reihe von Indikator-Eigenschaften, die der Theorie ihren vollen diagnostischen Wert verleihen:

• Kongruenz: Kongruenz erschließt den Grad der Passung zwischen Persönlichkeit und Arbeitsumwelt. Beispiel: eine hohe Passung liegt vor zwischen der persönlichen Kombination SEI und der Tätigkeit als Verwaltungskraft in einem Krankenhaus mit der Klassifikation SER.
• Konsistenz: Konsistenz ist ein Maß für die innere Konsistenz der individuellen Persönlichkeitstyp-Werte. Konsistenz wird anhand des Verhältnisses der ersten beiden Buchstaben des Drei-Buchstaben-Codes des Hexagons bestimmt. Desto näher die Typen zueinander stehen, desto konsistenter ist der Code und das Individuum. Nebeneinander befindliche Typen wie SA oder RC sind harmonischer als solche, die gegenüber stehen wie SR oder AC.
• Differenzierung: Differenzierung ist ein Maß für die Kristallisation der Interessen und informiert über den Bestimmtheitsgrad oder die Profilierung eines individuellen Typenausprägung. Gemessen wird die Differenzierung als Differenz von höchstem und niedrigstem Wert. Der höchst mögliche Differenzierungsgrad würde darin bestehen, dass eine Person nur in einem Typ eine hohe Ausprägung und in einem der anderen einen sehr niedrigen Wert hätte („gebirgiges Profil mit einem dominierenden Berg und einem niedrigen Tal“). Der niedrigst-mögliche Differenzierungsgrad bestünde in einem flachen Profil („ebenes Profil“).
• Identität: Identität ist ein Indikator für die Klarheit der Interessen, Ziele und Talente.

IV. Berufsbeispiel

ACI: Grafikdesigner



Quelle: https://www.explorix.ch/report/bsp_report.html



Quelle: http://www.act.org/wwm/images/wow_c.gif

Weitere Beispiele (Holland 1997, 183ff.)
Zahntechniker: RIA
Herrenfriseur: SRC
Mathematiklehrer: ISC
Englischlehrerin: ASE
Manager: ESC
Buchhalterin: CSI
Matrose: RCS

Hollands Theorie. Teil 3

2. Es existieren entsprechend sechs modellhafte Arbeitsumwelten.

3. Menschen suchen nach Umwelten, in denen sie ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten ausüben, ihre Einstellungen und Werte ausdrücken und sich mit für sie akzeptierbaren Problemen und Rollen auseinandersetzen können.

(Dies setzt natürlich voraus, dass die Person ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten kennt, ebenso Einstellungen und Werte, auch Wertekataloge bzw. Prioritätenlisten entwickelt hat und gelernt hat, mit Problemen und Rollenzuschreibungen umzugehen. Ist dies nicht der Fall, wie angesichts des Entwicklungsalters (vgl. an dieser Stelle die Ergebnisse der entwicklungspsychologisch angelegten Theorien der Berufsorientierung, z.B. diejenige von Mark L. Savickas, in Brown 2002, S. 149-205) vieler Schülerinnen und Schüler regelmäßig zu unterstellen ist, so scheitert Berufsorientierung in einem wichtigen Punkt.
Sie greift nicht das selbstbestimmte und eigenmotivierte natürliche Streben nach Klarheit in beruflichen Fragen auf, sondern bleibt ihm äußerlich, ängstigt und verunsichert eher als dass Unterstützung erfahren werden könnte. Didaktische Aufgabe wird es sein in Abstimmung mit dem jeweiligen durchschnittlichen Entwicklungsalter der Kinder und Jugendlichen den von Holland skizzierten Zusammenhang erfahrbar zu machen.)

4. Die Interaktion zwischen Persönlichkeit und Umwelt determiniert, bestimmt das Verhalten.

Dies hat Folgen und wirft weitere Fragen auf: Ändert sich die Umwelt, dann auch das Verhalten, (dann auch die Person?) Ändert sich die Person, dann auch das Verhalten, (dann auch die Umwelt?)

Hollands Theorie. Teil 2


Quelle: bitte Bild anklicken.

Weitere Infos erhalten Sie hier:



Die folgenden Persönlichkeits- bzw. Interessen-Typbeschreibungen stammen aus dem Selbsterkundungsheft für Typ A des Bayerischen Projektseminars Beruf und Schule (ISB 2005, S. 16) und dem EXPLORIX-Werkzeug (Jörin 2008, S. 15). Die Vorbilder aus Spokane in Brown 2002, S. 383). Die Vorbilder stammen aus dem amerikanischen Umfeld. Das schadet aber nicht. – In der Charakterisierung ergänzen sich ISB und EXPLORIX, jene die Person, diese den Beruf beschreibend.


Typ R
Realistic – praktischer und technischer bzw. handwerklich-technischer Typ
(Vorbilder: Thomas Edison, Admiral Byrd.)

Charakterisierung: „Sie lieben praktische Tätigkeiten, bei denen man die Ergebnisse sehen kann. Dazu gehören Tätigkeiten in den Bereichen Technik, Ingenieurwesen, Landwirtschaft und Forsten u.Ä. Für Tätigkeiten in den Bereichen Erziehung, Soziales und Psychologie sind Sie weniger zu haben.“ (ISB)
„Bei Berufen dieser Art geht es um konkrete Gegenstände, die von Hand oder mit Werkzeugen bearbeitet werden. Oft hat man dabei mit Maschinen oder technischen Geräten zu tun. Solche Berufe erfordern handwerkliches Geschick und Verständnis für Technik: Manche Berufe spielen sich auch im Freien ab und erfordern körperliche Robustheit und Ausdauer.“ (EXPLORIX)

Typ I
Investigative – wissenschaftlich-forschender Typ
(Vorbilder: Madame Curie, Charles Darwin)

Charakterisierung: „Sie interessieren sich v.a. für Wissenschaft und Forschung. Sie möchten – egal in welchem Gebiet (Natur-, Sozial-, Wirtschafts- oder Sprachwissenschaften) – den Dingen auf wissenschaftliche Weise auf den Grund gehen. Dass man dazu Fähigkeiten im mathematisch-logischen Bereich braucht, schreckt Sie nicht ab.“ (ISB)
„Bei Berufen dieser Art geht es um Probleme, die mit Hilfe von logischem Überlegen, neuen Ideen, genauem Beobachten und wissenschaftlichen Methoden untersucht werden. Diese Berufe erfordern ein hohes Maß an Denkfähigkeit und Neugier sowie die Bereitschaft, sich in ein Fachgebiet einzuarbeiten und viel darüber zu lernen.“ (EXPLORIX)

Typ A
Artistic – sprachlich-künstlerischer Typ
(Vorbilder: T.S. Eliot, Pablo Picasso)

Charakterisierung: „Sie brauchen möglichst viele Freiräume und möglichst wenige Vorschriften. Die Kreativität bezieht sich auf alle möglichen künstlerischen und sprachlichen Ausdrucksbereiche: Schriftstellerei, Journalismus, Kunst, Musik, Theater)“ (ISB)
„Bei Berufen dieser Art geht es um die künstlerische Gestaltung mit Hilfe von Materialien, Musikinstrumenten oder dem eigenen Körper, nach den Maßstäben von Ästhetik und Perfektion. Meist will der/die Künstler/in damit Ideen oder Ideale zum Ausdruck bringen, etwas gestalten und verschönern, oder die Gesellschaft kulturell bereichern. Diese Berufe erfordern hohe Künstlerische, kreative, musikalische oder sprachliche Begabung sowie unermüdliches Üben und Verbessern der künstlerischen Fähigkeiten.“ (EXPLORIX)

Typ S
Social – sozialer Typ
(Vorbilder: Jane Addams, Albert Schweitzer)

Charakterisierung: „Der soziale, zwischenmenschliche Bereich ist Ihr Ding. Sie möchten anderen helfen (z.B. sie beraten, pflegen, versorgen …) oder Sie lehren, ausbilden und unterrichten. Die Beziehung steht im Vordergrund, nicht so sehr der Inhalt.“ (ISB)
„Bei Berufen dieser Art geht es darum, anderen Menschen zu helfen – sie zu pflegen, zu beraten oder auszubilden. Im Zentrum steht das seelische, geistige oder körperliche Wohlbefinden von Kindern oder Erwachsenen. Diese Berufe erfordern große Hilfsbereitschaft, ein hohes Einfühlungsvermögen und geschickten Umgang mit den Mitmenschen.“ (EXPLORIX)

Typ E
Enterprising – Unternehmerischer Typ
(Vorbild: Henry Ford, Andrew Carnegie)

Charakterisierung: „Unternehmerisch tätig zu sein heißt: andere zu führen, zu motivieren, gelegentlich auch zu beeinflussen, Ideen und manchmal auch Visionen zu entwickeln, die aber praktisch und materiell ertragreich umsetzbar sind. Diese Art von Tätigkeiten interessieren Sie besonders.“ (ISB)
„Bei Berufen dieser Art geht es um wirtschaftliche Ziele, ums Organisieren, Leiten und Verkaufen. Man will andere überzeugen und motivieren (z.B. zum Kauf eines Produkts oder zum Erbringen einer Leistung). Berufe dieser Art erfordern wirtschaftliches Denken und überzeugendes Auftreten, häufig auch organisatorische und verwaltende Fähigkeiten.“ (EXPLORIX)

Typ C
Conventional – Ordnender, strukturierender Typ
(Vorbild: Bernard Baruch, John D. Rockefeller)

Charakterisierung: „Sie lieben klar strukturierte Tätigkeiten, wie sie für den Verwaltungsbereich im weitesten Sinne und auch viele geschäftliche und wirtschaftliche Aufgabenbereiche wichtig sind. Hierzu gehören das Organisieren, Ordnen und Speichern von Unterlagen, die Benutzung aller Möglichkeiten moderner Bürotechnik, das Erstellen und Kontrollieren von (Ab-)Rechnungen usw.“ (ISB)
„Bei Berufen dieser Art geht es um geordneten und systematischen Umgang mit Zahlen, Daten oder Informationen. Im Zentrum stehen zuverlässige Ausführung, Verwaltung oder Buchhaltung sowie gute Organisation und Kontrolle.“ (EXPLORIX)